Meine persönliche Gesundheitsgeschichte
Wenn ich heute auf meinen Weg zurückblicke, wird mir bewusst, dass viele meiner Veränderungen nicht das Ergebnis langer Planung waren, sondern aus einzelnen Momenten heraus entstanden sind. Oft war es eher ein inneres Gefühl als eine bewusste Entscheidung – ein leises „So passt es für mich nicht mehr“. Und genau dann habe ich begonnen, Dinge aus meinem Leben zu streichen – die dann oft durch andere ersetzt wurden.
Mit dem Start meiner Laufphase hat sich mein Leben ebenfalls stark verändert. Bewegung wurde nach und nach ein fester Bestandteil meines Lebens und hat mir gezeigt, wie viel Einfluss körperliche Aktivität auf mein Wohlbefinden hat. Aus gelegentlichem Sport wurde eine regelmäßige Routine, die mich bis heute begleitet und prägt.
Im Herbst 2016 machte es dann plötzlich Klick. Von einem Tag auf den anderen hörte ich auf, Alkohol zu trinken. Der eigentliche Grund war, dass ich unter Alkoholeinfluss immer wieder zur Zigarette griff – nachdem ich nach einigen rauchfreien Jahren wieder mit dem Rauchen angefangen hatte – und diesen Kreislauf durchbrechen wollte. Natürlich führte das anfangs zu vielen Diskussionen: „Du trinkst gar nichts mehr?“, „Wie langweilig.“ oder „Hast du ein Problem?“ Heute kann ich sagen: Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich vermisse nichts. Die Diskussionen gibt es bis heute gelegentlich noch – aber sie sind längst kein Grund mehr, meine Entscheidung infrage zu stellen.
Die nächste unerwartete Veränderung kam im Februar 2020. Während eines Triathlon-Schwimmcamps auf dem Rabenberg gab es mehrere Tage lang hervorragendes, aber sehr fleischlastiges Essen. Als ich anschließend wieder in der Firmenkantine war, hatte ich einfach genug davon und wollte eine Pause vom Fleisch machen. Aus dieser Pause wurde ein dauerhafter Verzicht – seitdem lebe ich vegetarisch.
2022 brachte mich das Leben mit einer Veganerin zusammen. Dadurch begann ich auch, die wenigen tierischen Lebensmittel, die ich noch aß – wie Fisch, Käse oder Eier – immer häufiger zu ersetzen. Heute ernähre ich mich überwiegend vegan. Ganz konsequent gelingt das nicht immer und überall, deshalb gehören gelegentlich auch Milchprodukte oder Fisch zu meinem Speiseplan. Für mich geht es dabei nicht um Perfektion, sondern darum, dauerhaft gute Entscheidungen zu treffen.
Ein weiteres Kapitel begann am 17. Dezember 2022. Kaffee – oder genauer gesagt Milchkaffee mit Hafermilch – war bis dahin mein täglicher Begleiter und über viele Jahre mein Lieblingsgetränk. An diesem Morgen fuhr ich einfach an meinem Bäcker vorbei, kaufte keinen Kaffee und habe seitdem keinen mehr getrunken. Das Kuriose daran: Fast jeden Morgen koche ich auf der Arbeit trotzdem den ersten Kaffee für meine Kollegen.
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass viele Dinge gar nicht lebensnotwendig sind. Sie kosten Geld, Zeit oder verursachen manchmal sogar ein schlechtes Gewissen. Oft habe ich darüber nachgedacht und ständig Anläufe unternommen, etwas zu verändern – und dann kam plötzlich dieser eine Moment, in dem ich einfach gehandelt habe.
Zum Glück akzeptieren die Menschen in meinem Umfeld diese Veränderungen nach einiger Zeit. Ein bisschen Unverständnis oder ein lockerer Spruch gehören manchmal noch dazu, aber das stört mich inzwischen nicht mehr. Vor allem habe ich gelernt, dass Veränderungen nicht immer bis ins Detail geplant werden müssen. Manchmal entstehen sie genau dann, wenn man bereit ist, einen neuen Weg einzuschlagen.
Vielleicht ist genau das inzwischen zu einem Teil meiner Persönlichkeit geworden: Ich entwickle mich gern weiter.
Deshalb sind Gesundheit und Bewegung für mich kein Ziel, sondern ein Weg. Ich möchte mein Business weiter aufbauen, mich fachlich weiterentwickeln – zum Beispiel zum Life Coach oder bei einem Sprachkurs –, mich im THW engagieren und dort weiter hineinwachsen sowie sportlich noch einmal ganz von vorne beginnen. Deshalb habe ich mit Karate eine völlig neue Herausforderung gestartet.
Und wer weiß, was das Leben noch für mich bereithält. Ich freue mich auf neue Menschen, schöne Momente mit den Menschen, die mir am Herzen liegen, und darauf, vielleicht noch ganz neue Interessen für mich zu entdecken. Ich habe gelernt, dass ich nicht an Dingen festhalten muss, nur weil ich sie einmal begonnen habe. Manchmal muss ein Kapitel enden, damit ein neues beginnen kann.